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letzte Änderung: 08.01.2018
bücherei des judentums buchen/odenwald
Obergasse 6 - 74722 Buchen

aktuelle Termine und Veranstaltungen

Donnerstag, 07. November 2019 18 Uhr
Veranstaltung zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus und des Holocaust mit Prof. Dr. Eveline Goodman-Thau (Jerusalem)
Zu einer Veranstaltung zum Gedenken an die Novemberpogrome laden die Stadt Buchen, die Hermann-Cohen-Akademie für Religion, Wissenschaft und Kunst und die Stiftung "Bücherei des Judentums" am Donnerstag, dem 07. November um 18 Uhr in der Gedenkstätte für alle Opfer des Nationalsozialismus am Jakob-Mayer-Platz in Buchen ein. Im Anschluss daran findet um 19 Uhr ein öffentlicher Vortrag von Prof. Dr. Eveline Goodman-Thau (Jerusalem) im Klösterle (Obergasse 6, Buchen) zum Thema „WENDEZEITEN - Europa auf der Suche nach einem gemeinsamen Ethos“ statt. In einer Begegnung der Holocaust-Überlebenden Prof. Goodman-Thau mit Jugendlichen des Burghardt-Gymnasiums Buchen wird sie nicht nur über ihr eigenes Erleben während der Zeit des Nationalsozialismus berichten, sondern auch mittels zeitgenössischen Bildern aus dem Karl Weiß Archiv des Bezirksmuseums Buchen die Geschichte und Schicksale jüdischer Bürger aus Buchen thematisieren. Die Veranstaltung wird gefördert durch die „Stiftung Erinnerung, Verantwortung, Zukunft“ in Berlin.
Gedenkstätte für alle Opfer des Nationalsozialismus, Vorstadtstraße 35, 74722 Buchen
Freitag, 08. November 2019 um 19 Uhr 30
Vortrag "Tradition oder Moderne? Das Selbstbild der jüdisch-deutschen Orthodoxie in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts" von Valentina Munz
Im 19. Jahrhundert veränderte sich die religiöse Landschaft des deutschen Judentums grundlegend. Es entstanden verschiedene religiöse Strömungen, die eine unterschiedliche Ausrichtung des Judentums propagierten. Eine davon war die sogenannte (Neo-)Orthodoxie, die meist als Gegenreaktion auf die Entwicklung und den Aufstieg der jüdischen Reformbewegung verstanden wird. Während die jüdische Reformbewegung die Strategie verfolgte das Judentum als eine Konfession zu definieren, propagierte die jüdisch-deutsche Orthodoxie den vollständigen Erhalt der sogenannten „Religion der Väter“. Der Vortrag will die Frage aufgreifen, ob die jüdisch-deutsche Orthodoxie vor allem in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts tatsächlich lediglich die traditionellen Inhalte des Judentums bewahrte oder ob nicht viel eher eine Neudefinition ebendieser stattfand. Wie definierte die Orthodoxie das wahre Judentum und welchen Stellenwert sollte es idealerweise im Leben einnehmen? Welche Bedeutung hatte dabei die Selbstdefinition als eine elitäre Gruppe innerhalb des deutschen Judentums? Als Quellengrundlage für den Vortrag dienen vor allem die zeitgenössischen jüdisch-orthodoxen Zeitungen, die die jüdisch-orthodoxe Führungselite in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts als neues Medium der Meinungsbildung erkannte.

Valentina Munz studierte in Duisburg und Düsseldorf Jüdische Studien, Jiddische Kultur, Sprache und Literatur sowie Politikwissenschaften. Sie promovierte 2015 zur Identitätsbildung der jüdisch-deutschen Orthodoxie im 19. Jahrhundert in Frankfurt am Main. Frau Munz war sowohl als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Seminar für Judaistik an der Goethe-Universität Frankfurt am Main beschäftigt als auch als wissenschaftliche Mitarbeiterin in einem internationalen Forschungsprojekt (gefördert durch die Volkswagenstiftung) zum georgischen Judentum tätig. Nach der Geburt ihrer zwei Töchter war sie in Elternzeit und übernimmt im Wintersemester 2019/20 vertretungsweise erneut eine wissenschaftliche Mitarbeiterstelle am Seminar für Judaistik an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main.

Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei!
Klösterle, Obergasse 6, 74722 Buchen (Odenwald)