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letzte Änderung: 27.12.2016
bücherei des judentums buchen/odenwald
Obergasse 6 - 74722 Buchen

aktuelle Termine und Veranstaltungen

Freitag, 10. November 2017, 18.45 Uhr (nach der Pogrom-Gedenkveranstaltung in Mosbach)
Vortrag mit Film 1: „Wir standen uns sehr nahe, fast wie in einer Familie“. Das Internationale Kinderzentrum Aglasterhausen auf dem Schwarzacher Hof 1945-1948 
Die Veranstaltung wird in Kooperation der Johannes-Diakonie Mosbach mit der Bücherei des Judentums - Buchen, der Stadt Mosbach, der Gemeinde Schwarzach sowie der KZ-Gedenkstätte Neckarelz durchgeführt.

Der Schwarzacher Hof der Johannes-Diakonie hat eine wechselvolle Geschichte. Von 1899 bis 1933 war er eine Jugendhilfeeinrichtung der Inneren Mission (Diakonie). Vor allem junge Männer aus Mannheim fanden dort Aufnahme. Mit der Machtergreifung Hitlers rissen die Nationalsozialisten alle Formen der Jugendarbeit an sich. Drei Jahre lang stand der Schwarzacher Hof leer. 1936 mieteten ihn dann die Mosbacher Anstalten an. Denn seit 1933 gab es viele Neuaufnahmen und der Schwarzacher Hof wurde als Abteilung für Schwerbehinderte eingerichtet. 1940 und 1944/45 wurden 263 behinderte Bewohner ermordet. Im Sommer 1945 beschlagnahmte die US-Militärregierung den Schwarzacher Hof und übergab ihn einer Hilfsorganisation der Vereinten Nationen (UNRRA). Ab September verwandelte sich der Gebäudekomplex in das „International Children’s Center Aglasterhausen“, ein Waisenhaus, in dem jüdische und nichtjüdische Kinder sowie Jugendliche aus unterschiedlichsten Nationen betreut wurden. Dabei handelte es sich um Befreite aus den Konzentrations- und Zwangsarbeiterlagern: um junge Menschen, die unter furchtbaren Bedingungen Krieg und Verfolgung überlebt hatten. Im Schwarzacher Hof wurden sie auf ihren Weg zurück ins Leben und auf eine neue Zukunft in Übersee vorbereitet.
Das „International Children’s Center“ schloss zum Ende des Jahres 1948 endgültig seine Tore. Die letzten Bewohner wurden in ein Kinderzentrum im oberbayerischen Bad Aibling gebracht.

Jim Tobias, freier Journalist und Historiker, Mitbegründer und Leiter des Nürnberger Instituts für NS-Forschung und jüdische Geschichte des 20. Jahrhunderts, wird über dieses kaum bekannte Kapitel der Geschichte des Schwarzacher Hofes in zwei Veranstaltungen berichten und Filme über jüdische Kinder im Nachkriegsdeutschland zeigen (Film 1 am 10. Nov.: Das erste jüdische Waisenhaus nach dem Krieg in Deutschland; Film 2 am 11. Nov.: „In den Ruinen von Nürnberg - Jüdische Kinder als Filmstars“)



Unterer Rathaussaal, Mosbach
Samstag, 11. November 2017, 16.00 Uhr auf dem Schwarzacher Hof
Vortrag mit Film 2: „Wir standen uns sehr nahe, fast wie in einer Familie“. Das Internationale Kinderzentrum Aglasterhausen auf dem Schwarzacher Hof 1945-1948
Die Veranstaltung wird in Kooperation der Johannes-Diakonie Mosbach mit der Bücherei des Judentums - Buchen, der Stadt Mosbach, der Gemeinde Schwarzach sowie der KZ-Gedenkstätte Neckarelz durchgeführt.

Der Schwarzacher Hof der Johannes-Diakonie hat eine wechselvolle Geschichte. Von 1899 bis 1933 war er eine Jugendhilfeeinrichtung der Inneren Mission (Diakonie). Vor allem junge Männer aus Mannheim fanden dort Aufnahme. Mit der Machtergreifung Hitlers rissen die Nationalsozialisten alle Formen der Jugendarbeit an sich. Drei Jahre lang stand der Schwarzacher Hof leer. 1936 mieteten ihn dann die Mosbacher Anstalten an. Denn seit 1933 gab es viele Neuaufnahmen und der Schwarzacher Hof wurde als Abteilung für Schwerbehinderte eingerichtet. 1940 und 1944/45 wurden 263 behinderte Bewohner ermordet. Im Sommer 1945 beschlagnahmte die US-Militärregierung den Schwarzacher Hof und übergab ihn einer Hilfsorganisation der Vereinten Nationen (UNRRA). Ab September verwandelte sich der Gebäudekomplex in das „International Children’s Center Aglasterhausen“, ein Waisenhaus, in dem jüdische und nichtjüdische Kinder sowie Jugendliche aus unterschiedlichsten Nationen betreut wurden. Dabei handelte es sich um Befreite aus den Konzentrations- und Zwangsarbeiterlagern: um junge Menschen, die unter furchtbaren Bedingungen Krieg und Verfolgung überlebt hatten. Im Schwarzacher Hof wurden sie auf ihren Weg zurück ins Leben und auf eine neue Zukunft in Übersee vorbereitet.
Das „International Children’s Center“ schloss zum Ende des Jahres 1948 endgültig seine Tore. Die letzten Bewohner wurden in ein Kinderzentrum im oberbayerischen Bad Aibling gebracht.

Jim Tobias, freier Journalist und Historiker, Mitbegründer und Leiter des Nürnberger Instituts für NS-Forschung und jüdische Geschichte des 20. Jahrhunderts, wird über dieses kaum bekannte Kapitel der Geschichte des Schwarzacher Hofes in zwei Veranstaltungen berichten und Filme über jüdische Kinder im Nachkriegsdeutschland zeigen (Film 1 am 10. Nov.: Das erste jüdische Waisenhaus nach dem Krieg in Deutschland; Film 2 am 11. Nov.: „In den Ruinen von Nürnberg - Jüdische Kinder als Filmstars“)
Luther-Saal, Schwarzacher Hof/Unterschwarzach